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Folsäuresupplementation und Krebsrisiko



18.03.2013 

Folat ist eines der wenigen Vitamine, für das allgemein eine Mangelsituation als erwiesen angesehen wird (1). Besonders für Frauen im gebärfähigen Alter mit Kinderwunsch ist eine ausreichende Versorgung wichtig zur Prävention von Neuralrohrdefekten und anderen Missbildungen bei Säuglingen. Aber Folat spielt auch in der Prävention von chronischen Erkrankungen eine wichtige Rolle. Die Anreicherung von Grundnahrungsmittel (z.B. Mehl) mit Folsäure ist ein effektives Mittel, um die Folsäureversorgung in der Bevölkerung sicher zu stellen. Länder in Nord- und Südamerika und Australien praktizieren dies bereits seit vielen Jahren mit Erfolg.

Bedenken über eine mögliche Risikoerhöhung bestimmter Krebsformen, z.B. Colonkarzinom, haben eine weitere Verbreitung dieser Praxis jedoch verhindert.

Die nun im Lancet erschienene Metaanalyse zu dieser Fragestellung (2) scheint nun doch Entwarnung zu geben. Dies ist eine wichtige Botschaft für die Frage der Empfehlung einer Folsäuresupplementation. In der Metaanalyse wurden auch hohe Dosen mitberücksichtigt und es zeigte sich auch hier kein erhöhtes Risiko. 

(1) ENA 2012, Nahrungsergänzungsmittel – Eine Orientierung im Dschungel der Meinungen

(2) Vollset SE et al.: Effects of folic acid supplementation on overall and site-specific cancer incidence during the randomised trials: meta-analyses of data on 50 000 individuals. The Lancet 2013 Jan 24. pii: S0140-6736(12)62001-7. doi: 10.1016/S0140-6736(12)62001-7. [Epub ahead of print]