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NEJM-Artikel über n-3 Fettsäuren bei Patienten mit multiplen kardiovaskulären Risikofaktoren



13.06.2013 

Im renommierten New England Journal of Medicine ist in der Ausgabe vom 9. Mai 2013 eine Studie der in Italien beheimateten Risk and Prevention Study Collaborative Group publiziert worden (1).
Es ging um die Fragestellung, ob bei einer Population (n = 12.513) mit multiplen kardiovaskulären Risikofaktoren und intensiver medikamentöser Therapie, jedoch ohne bisherige kardiovaskuläre Ereignisse, die Ergänzung von täglich 1 Gramm Omega-3-Fettsäuren (DHA und EPA) über einen Zeitraum von fünf Jahren einen zusätzlich präventiven Effekt hat. Wie die Studienergebnisse zeigten, bewirkte die Intervention bei den Teilnehmenden im Vergleich mit der Placebogruppe weder ein signifikant vermindertes Sterblichkeitsrisiko durch kardiovaskuläre Ereignisse noch ein verringertes Risiko, weitere Herzkreislaufkomplikationen zu entwickeln.
Die Autoren räumen jedoch ein, dass generell das Auftreten von kardiovaskulären Ereignissen deutlich unter den Erwartungen lag, was einerseits auf die bereits optimale Therapie oder aber auch auf die durchaus positiven Ernährungsgewohnheiten der Probanden mit einem deutlich überdurchschnittlichen Fischkonsum zurückzuführen sein könnte. Trotzdem gab es zwei signifikante Ergebnisse: weniger Krankenhausaufnahmen aufgrund von Herzversagen und ein präventiver Effekt bei Frauen. Wie die zu werten sei, muss jedoch offen gelassen werden.
Ein weiterer Schwachpunkt der Studie besteht darin, dass die Omega-3- Fettsäurespiegel im Blut nicht gemessen wurden.
Experten kommentierten, die Gesamtheit aller veröffentlichten wissenschaftlichen Daten würde nahelegen, dass gesunde Menschen sowie die Mehrheit derjenigen, die bereits eine Herz-Kreislauferkrankung erlitten hatten, von einer Supplementierung mit Eicosapentaensäure und Docosahexansäure profitieren könnten. Die Ergebnisse der aktuellen Studie könnten daher nicht verallgemeinert werden.
Eine solche Expertenmeinung zur Rolle von Omega-3-Fettsäuren in der Krankheitsprävention von unserem Vorstandsmitglied Prof. Philip Calder können Sie zum Beispiel hier nachlesen (2).

 

(1) Risk and Prevention Study Collaborative Group. n−3 Fatty Acids in Patients with Multiple Cardiovascular Risk Factors. N Engl J Med. 2013 May 30;368(22):2146 

(2) Philip Calder in Nutri-Facts Expertenmeinung vom 1. Mai 2013: Die Rolle von Omega-3-Fettsäuren bei der Krankheitsprävention – Ein allgemeiner Überblick